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Die Gründung des Theatervereins kam nicht spontan, sondern war schon längere Zeit in den Köpfen. Die Fortführung
des Theater- und Mandolinenclubs „Edelweiß“ kam nicht in Betracht. Der Vereinsname „Edelweiß“ war tabu. Im April 1948 war es dann soweit:
Bei Berge auf dem Saal war alles voll, also versammelten sich die
Gründungsmitglieder Ulrich Fischer, Günther Ahlbrecht, Willi Ohm, Heinz Ahlborn, Helmut Klinge, Waldemar Pfahlert, Blessmann, sowie Wilfried und Reinhold Grube (der als erstes Vereinsmitglied verstarb) in der Küche.
Die Wirtin Gertrud Berge (Mutter von Udo Berge) schlief in der Küche, während die oben genannten Männer beschlossen, einen Theaterverein zu gründen, um Theater zu spielen. Ulli Fischer schlug in Anlehnung an die
gleichnamige Operette „Gasparone“ als Vereinsnamen vor, der dann auch angenommen wurde.
Als erstes wurde ein „Bunter Abend“ veranstaltet. Dann gab es „Tanz unter dem Weihnachtsbaum“. 1949 wurde von
„Gasparone“ die 1. Kirmes nach dem Kriege ausgerichtet. Ein riesiges Fest. Im Umzug waren Festwagen, gezogen von Ochsen und Pferden. Einer von der Feuerwehr soll in Uniform auf einem Ochsen geritten sein. Aber Sinn
und Zweck der Vereinsgründung waren nicht Tanzvergnügen, sondern von Anfang an das Theaterspielen.
Man ließ sich Theaterbücher schicken und entschied sich für Kleists „Der zerbrochene Krug“. Bei den Proben
stellte sich aber heraus, dass das Stück zu schwer war und man führte dann „Robert und Bertram“ auf. Erster Spielleiter war zugleich der erste Vereinsvorsitzende Ulrich Fischer. Die Spielleitung wechselte allerdings
von Jahr zu Jahr. Daneben gab es natürlich auch den Freundschaftsclub „Gasparone“. Jeden Monat war Versammlung und alle waren da. Eins der ganz traditionellen Vergnügen war der Tanz in den Mai am 30.04. Wie Ulrich
Fischer sich erinnert, wollte auch die SPD immer ihren „Tanz in den Mai“ bei Berge durchführen. „Gasparone“ hatte aber Vorrecht in Elliehausen und die SPD musste nach Holtensen ausweichen.
Von diesem
traditionellen Fest stammt übriges der Reim: „Walpurgis war es Tradition und schon war da ein kleiner Sohn“. Gemeint war offenbar Lisa Krengel u.a.
Zurück zum Theaterspielen: Da als Clubmitglieder nur Männer
zugelassen waren, musste man sich für weibliche Theaterrollen weibliche Schauspielerinnen ausleihen. Irene Hanna, war die erste, es folgten Lotti Uhlendorf, Gerda Friedrich (oder Koch?) Meta Ahlbrecht, Edith
Ahlbrecht am Teiche. Bei den Männern war Günther Ahlbrecht nur 1x als Mitspieler zu gewinnen, ansonsten war er aber jedes Mal wegen der Elektrik und Technik dabei.
Den Bühnenbau machten vor allem Hans
Hofhammer und Berthold Kulle. Jeder hatte seine eigenen Ideen. „Was der eine aufbaute, riss der andere wieder ab“. Entscheidend aber war, dass beide am Ende immer eine ordentliche Bühne hinbekommen haben. Die
Kulissen wurden vom Flughafen geholt und oben bei Berge auf dem Boden gelagert.
Auch außerhalb Elliehausens wurde gespielt. In Lenglern, Güntersen, Holtensen, Esebeck und Knutbühren. In Lenglern aber nur 1x,
weil dort nur 1 Zuschauer war.
Den Oldies noch bestens in Erinnerung ist die Angewohnheit von Edmund Höhn, in Knutbühren sein Bier auf dem Kanonenofen zu wärmen.
Zu den freundschaftlichen Höhepunkten
des Jahres gehörte bei den – wie gesagt – ausschließlich männlichen Mitgliedern des Vereins die mit viel Alkoholgenuss verbundenen Himmelfahrtstouren. In lebendiger Erinnerung ist eine Fahrt mit dem Trecker nach
Lödingsen. Dort fiel Paul Sousak vom Trecker und wurde vom Trecker überfahren. Er hat aber alles gut überstanden.
Die Mitgliederzahl blieb anfangs recht konstant. Die Anforderungen waren hoch: Erscheinen bei
den Versammlungen war ebenso Pflicht wie die Mitarbeit bei Arbeitseinsätzen. Da die Aufnahme neuer Mitglieder einstimmig zu erfolgen hatte und viel Wert auf freundschaftliches Verhalten und Verständnis gelegt wurde,
wurden viele Bewerber abgelehnt und die Mitgliederzahl 25 erst Mitte der 50er Jahre erreicht.
Die Oldies erinnern sich: Karl Freise kam 1956 und wollte gleich eintreten. Man hatte große Bedenken, dass er
vielleicht nicht richtig mitzieht oder gleich wieder abhaut, weil Karl nicht verheiratet war. Man hat ihn aber doch aufgenommen.
Noch einmal zurück zum Theaterspielen Anfang der 50er Jahre. Das Üben bei Berge
erfolgte im gemein eiskalten Saal. Die Vereinsmitglieder brachten Kohlen von Zuhause mit, damit der Saal beheizt werden konnte. Im Übrigen befeuerte man sich von innen. So ist in Erinnerung, dass in einem Jahr, in
dem Udo Hortke Spielleiter war, Karl Engel von außen Cognac durch das Fenster reichte, der dann von den Mitgliedern und Gästen unterm Tisch ausgetrunken wurde. Willi Berge soll mehrfach sein Erstaunen geäußert
haben, wie die Gesellschaft bei dem geringen Umsatz so ausgelassen sein konnte.
2 schon verstorbene Akteure genießen noch heute die Hochachtung unserer Oldies: Fritz Kuntzke für seine artistischen, Zirkus
reifen Leistungen am Seil und Werner Maas für seine Gesangsnummer „In 50 Jahren ist alles vorbei“.
Tatsächlich dauerte es aber gar nicht solange, dann gab es bald einen großen Krach. Ursache waren teilweise
große Probleme, ausreichend Zuschauer zu finden, weil das Fernsehen eine riesige Konkurrenz darstellte. Die „Schwarzwaldklinik“ und Edgar-Wallace-Stücke waren „Straßenfeger“ und Ulli Fischer setzte teilweise
kurzfristig Änderungen der Aufführungszeiten fest, wenn Konkurrenz drohte. Das hatte Konsequenzen. Es kam nämlich einmal zu Meinungsverschiedenheiten über die Frage, ob gespielt werden sollte oder nicht.
Ulli
Fischer hatte abgesagt und viele Schauspieler waren verstimmt und wollten nicht mehr spielen. Es trat dann eine große Spielpause von ca. 10 Jahren ein. Dann kam es zu einem Neubeginn mit Willi Ohm-Schrader als
Spielleiter, dem dann später Rolf Reuter folgte.
Soviel zu den Gründerjahren von „Gasparone“. Es ist doch schön, dass es noch Zeitzeugen gibt, die selbst berichten können.
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